Bestimmt ist dieser Beautytrend auch an dir nicht vorbeigegangen: Die saure Rinse gilt als der absolute Geheimtipp für geschmeidiges und glänzendes Haar. Der große Vorteil an der sauren Rinse ist, dass es sich hier um ein natürliches Pflegemittel handelt, das auch du einfach anwenden kannst.Die saure Rinse besteht im Grund nur aus Essig, der mit kaltem Wasser vermischt wird.

Wie du die saure Rinse am Besten anwendest und was du dabei beachten solltest, erfährst du in diesem Artikel.

Was ist eine saure Rinse?

 

Als saure Rinse wird ein Mix aus Apfelessig und Wasser bezeichnet, den du nach dem Haarewaschen wie eine Spülung anwendest. Die saure Rinse kannst du leicht zuhause herstellen und direkt benutzen. Durch die saure Rinse glättet sich die obere Schuppenschicht deiner Haare und deine Mähne strahlt wieder in vollem Glanz und wird weich und geschmeidig.

Haarwäsche und Haarmasken, beispielsweise mit Heilerde, rauen die Haarstruktur oft auf. Dadurch entsteht mit der Zeit ein mattes Finish und das Haar fühlt sich leicht strohig an. Durch die in der sauren Rinse enthaltene Säure wird die Oberfläche wieder geglättet. Dabei werden auch mineralische Rückstände aus dem Wasser entfernt, die ebenfalls für eine raue Oberfläche des Haares sorgen.

Durch das kalte Wasser und den Essig wird die Oberfläche der Haare nach der Behandlung mit der sauren Rinse geschlossen und das Haar besitzt wieder eine geschlossene Struktur, die es auch vor UV-Licht und anderen Umwelteinflüssen schützt.

 

Die saure Rinse als nachhaltige Alternative zu herkömmlichen Pflegeprodukten

 

Der Verzicht auf konventionelle Pflegeprodukte ist längst kein Nischenthema mehr. Viele Menschen achten darauf, im Alltag möglichst wenig Plastikverpackungen zu kaufen. Gerade im Bad und bei der täglichen Pflege kann das leicht umgesetzt werden, denn hier gibt es zahlreiche sinnvolle und günstige Alternativen. Die saure Rinse ist eine tolle Möglichkeit, die Haare nachhaltig und umweltbewusst zu pflegen.

Essig ist, selbst in hochwertiger Bioqualität, viel günstiger als herkömmliche Haarspülung. Außerdem kann Essig in Glasflaschen gekauft werden und ist weitaus ergiebiger als Haarpflegeprodukte. Ein weiterer Vorteil der natürlichen Haarpflege ist, dass das Abwasser nicht unnötig belastet wird.

Das gilt aber natürlich auch für deine Kopfhaut, dein Haar und damit letzten Endes für deinen ganzen Körper: Viele Pflegeprodukte enthalten zahlreiche Stoffe, die dein Haar zwar weich und kämmbar machen, aber nicht unbedingt gut für deinen Organismus sind. Bekannte Beispiele sind Phtalate und Parfümstoffe, deren Auswirkungen auf den Körper nicht sicher geklärt sind. Manche Stoffe tragen zum Beispiel zur Bildung von Allergien bei.

Viele Menschen bemerken auch, dass ihre Haut durch manche Pflegeprodukte trocken wird, sich Juckreiz entwickelt oder andere Irritationen auftreten. Je nach dem, wie empfindlich sie auf die Inhaltsstoffe von Pflegeprodukten sind, können diese Auswirkungen mehr oder weniger stark ausfallen. Die Verwendung von natürlichen Pflegeprodukten, wie Apfelessig, kann hier eine gute und schonende Alternative sein.

Wie wirkt die saure Rinse?

 

Unsere Haare sind ständigen Belastungen ausgesetzt – im Sommer durch UV-Strahlung und Salzwasser, im Winter durch das ständige Tragen von Mützen und Schals sowie trockener Heizungsluft. Auch das Benutzen von Glätteisen, Lockenstab und Föhn sorgt dafür, dass die Haare mit der Zeit ihren natürlichen Schutzmantel verlieren, trocken und brüchig werden. Oft beginnt auch die Kopfhaut zu jucken und es bilden sich Schuppen.

Die saure Rinse hilft, den natürlichen Schutzmantel des Haars wieder aufzubauen, und dies ganz ohne Chemikalien. Aber warum gerade Apfelessig?

Der Apfelessig legt sich wie ein Schutzmantel um jedes einzelne Haar, wodurch die Haare wieder weich werden und sich gut kämmen lassen. Zusätzlich erhalten sie einen schönen natürlichen Glanz. Die im Apfelessig enthaltene Säure bewirkt, dass sich die äußere Schuppenschicht der Haare zusammenzieht und somit glättet. Dadurch wird das Licht mehr reflektiert, weshalb die Haare mehr glänzen.

Die saure Rinse hilft jedoch nicht nur bei trockenen Haaren: Wenn deine Haare schnell fettig werden, kannst du die saure Rinse gut in die Kopfhaut einmassieren. Die Säure reguliert dadurch den pH-Wert der Kopfhaut und kann eine übermäßige Talgproduktion effektiv unterbinden.

Wenn du unter Juckreiz und Schuppen leidest, kann die saure Rinse bei einer Massage in die Kopfhaut den Juckreiz lindern und gegen die Schuppen wirksam sein. Auch bei Haarausfall soll ein regelmäßiges Einmassieren der sauren Rinse ausgleichend auf die Kopfhaut wirken und dem Haarausfall entgegenwirken.

 

 

Vorteile der sauren Rinse

 

 Die saure Rinse bewirkt viel Gutes für Kopfhaut & Haare. Und nicht nur das! Denn die saure Rinse 

… neutralisiert den pH-Wert der Kopfhaut, wodurch Schuppen sowie Juckreiz entgegengewirkt wird

… schließt die oberste Schuppenschicht und macht deine Haare weich und geschmeidig

… dient als toller Ersatz für herkömmliche Haarpflegeprodukte

… kommt ganz ohne chemische Inhaltsstoffe aus

… ist ruck zuck selbst zuhause hergestellt

… verursacht keinen Müll (außer die Flasche des Essigs aber selbst diese ist wiederzuverwenden;) )

…  spart jede Menge Geld und ist sehr kostengünstig

belastet nicht das Abwasser (im Gegensatz zu chemischen Pflegeprodukten)

… wirkt nicht allergen und ist für jeden gut verträglich

… ist eine schonende Alternative für alle, die empfindlich auf bestimmte Inhaltsstoffe in Haarpflegeprodukten reagieren

 

 

Wie wird die saure Rinse angewendet?

 

Am besten wendet du die saure Rinse direkt nach deiner normalen Haarwasch-Routine an, wenn deine Haare noch nass sind.

Schritt 1: Die Wasser-Essig-Mischung großzügig im gesamten Haar verteilen und sorgfältig einmassieren. Im Gegensatz zu herkömmlichen  Haarspülungen kann die sauren Rinse auch auf die Kopfhaut und die oberen Haarpartien verteilt werden, denn sie beschwert das Haar nicht.

Alternativ kannst du die saure Rinse auch in eine Sprühflasche füllen und damit deine Haare besprühen

Schritt 2: Nach dem Einmassieren lässt du die saure Rinse wie einen Leave-In-Conditioner im Haar und stylst dann deine Haare wie gewöhnlich. Keine Sorge, der Essiggeruch verfliegt schnell!

Wie oft kann die saure Rinse angewendet werden?

 

Grundsätzlich kannst du die saure Rinse nach jeder Haarwäsche anwenden. Das lohnt sich besonders dann, wenn das Wasser besonders kalkig ist und die Haare deswegen öfter etwas stumpf wirken.

Beobachte deine Haare nach der Anwendung der sauren Rinse: Hast du den Eindruck, dass es dein Haar kräftigt und geschmeidig macht, kannst du die saure Rinse regelmäßig anwenden.

Hast du aber sehr empfindliche Kopfhaut oder treten sogar Irritationen durch die Säure auf, solltest du die saure Rinse sparsamer einsetzen und den Apfelessig mit mehr Wasser verdünnen. Dann kannst du sie gezielt für eine regelmäßige Pflege anwenden, um die Haarstruktur zu glätten und Kalkablagerungen zu entfernen.

Auch Rückstände von Silikonen aus dem Shampoo können durch die Spülung mit Essig entfernt werden, wodurch die Kopfhaut entlastet wird.

 

Saure Rinse selbst herstellen – Anleitung

 

Für die Herstellung einer saure Rinse kannst du unterschiedliche Sorten von Essig verwenden. Sehr weit verbreitet ist der Apfelessig, da dieser viele Vitamine und Mineralstoffe enthält und angenehm riecht. 

Für die Herstellung der saure Rinse sollte der Essig mit Wasser vermischt werden. Auf ein Liter Wasser können etwa 2 Esslöffel Essig verwendet werden. Vor jeder Haarwäsche solltest du deine saure Rinse bereits mit kaltem Wasser vorbereiten. Bei sehr kalkigem Leitungswasser kann es sich lohnen, auf destilliertes Wasser zurückzugreifen.

Wichtig ist, dass du kaltes Wasser verwendest, damit die saure Rinse optimal wirken kann! Mit warmem Wasser ist der Effekt nur gering.

Wer keinen Essig zur Hand hat oder sogar einen leichten Aufhellungseffekt erzielen möchte, kann es auch mit Zitronensäure probieren. Je mehr Sonnenlicht das Haar nach der sauren Rinse mit Zitronensäure ausgesetzt ist, desto stärker ist der Aufhellungseffekt.

Eine Empfehlung ist es auch, eine saure Rinse mit Tee zuzubereiten. Verschiedene Teesorten können sogar die Haarfarbe vertiefen: Für blondes Haar wird Kamillentee empfohlen, der dem blonden Haar einen schönen Farbton verleiht. Für dunkles Haar kannst du es mit Schwarztee versuchen. Je länger du den Tee ziehen lässt, desto mehr färbende Gerbstoffe werden den Pflanzenteilen entzogen. Lasse den Tee deswegen mehrere Stunden ziehen, bevor du ihn für deine saure Rinse anwendest.

Die saure Rinse kann leicht vorbereitet werden und in einer Glasflasche lang aufbewahrt werden.
Der Essig der für die Rinse verwendet wird, sollte etwa 5-8% Säure enthalten. Nach diesem Wert kannst du dich auch bei der Verwendung von Zitronensäure richten und die Säure demensprechend verdünnen.

Saure Rinse bei gefärbten Haaren

 

Wenn du gefärbte Haare hast ist die Anwendung der sauren Rinse nicht optimal, da dem Haar bei mehrmaliger Anwendung Farbpigmente entzogen werden. In vielen Haarfarben sind Silikone und Ammoniak enthalten, die ebenfalls durch die Säure ausgespült werden.Dieser Prozess läuft jedoch fast unmerklich über einen längeren Zeitraum ab, sodass die Veränderung der Haarfarbe nicht sofort sichtbar ist.

Hast du deine Haare mit Henna gefärbt, kannst du die saure Rinse bedenkenlos anwenden.

Wenn du zu deiner natürlichen Haarfarbe zurückkehren möchtest, ist die saure Rinse perfekt, da sie diesen Prozess unterstützt. 

Saure Rinse bei Locken

 

Die saure Rinse ist im Grunde für jeden Haartyp geeignet, denn der natürliche Essig ist sanft. Wenn du trockene Kopfhaut und Locken hast, kann die saure Rinse dir sogar dabei helfen, die Kopfhaut ins Gleichgewicht zu bringen und Juckreiz zu verhindern.

Gerade Menschen mit lockigem Haar möchten ihr Haar häufig gut pflegen, um trockene Spitzen und Haarbruch zu verhindern. Die Haarstruktur bei lockigen Menschen ist oft anders, als bei Menschen mit glattem Haar. Deswegen kann es sein, dass lockiges Haar schneller stumpf wirkt. Da die kalte Rinse die Haarstruktur schließt, glänzt es meist nach einer sauren Rinse, ohne durch die Pflege beschwert zu werden. Das ist ein großer Vorteil gegenüber handelsüblichen Haarspülungen.

Hast du deine Haare mit einer Dauerwelle behandelt, ist allerdings Vorsicht geboten.  Hast du eine Dauerwelle, solltest du im Friseurstudio deines Vertrauens um Rat fragen. Nicht jede Dauerwelle verträgt sich gut mit der sauren Rinse.

Saure Rinse und No Poo

 

No Poo (= kein Shampoo) ist eine Methode, bei der das Haar nur durch natürliche Hilfsmittel, wie Roggenmehl oder Heilerde von Talg und Schmutz befreit werden soll. Bei dieser Methode wird auch oft eine saure Rinse empfohlen, denn gerade Heilerde kann dazu führen, dass die Kopfhaut ihren pH-Wert für kurze Zeit verändert. Zwar ist diese Veränderung nicht dauerhaft, kann aber durch die Behandlung mit einer sauren Rinse schneller wieder normalisiert werden.

Auch die pflegende Wirkung des Essigs ist von Vorteil bei der Umstellung auf alternative Waschmethoden. Das stumpfe Haargefühl beim Verzicht auf gewohnte Pflegeprodukte kann durch die saure Rinse meist gut verhindert werden.

Saure Rinse und Haarseife

 

Die saure Rinse wird oft in Kombination mit Haarseifen empfohlen, die mittlerweile in fast jeder Drogerie erhältlich sind. Diese natürliche und nachhaltige Art und Weise, das Haar zu waschen und zu pflegen hat viele Vorteile: Die Haarseife und der anschließend verwendete Essig reinigen und pflegen das Haar ohne Silikone. Diese legen sich um das Haar und verändern seine Struktur. Haarseifen erhalten hingegen die natürliche Haarstruktur und sind schonender für die Kopfhaut.

Ein Nachteil von Haarseifen kann aber sein, dass die Seifen das Haar manchmal leicht stumpf erscheinen lassen. Die Seife ist oft leicht alkalisch und verändert damit den pH-Wert der Kopfhaut und des Haars. Auch im Wasser enthaltene Mineralien können das Haar stumpf werden lassen, besonders wenn das Wasser sehr kalkig ist. In beiden Fällen hilft die verdünnte Säure des Essigs, den pH-Wert des Haars und der Kopfhaut wieder herzustellen.

Je nach dem, welche Haarpflege verwendet wird und wie Haar und Kopfhaut beschaffen sind, kann die saure Rinse aber auch nach einer Haarwäsche mit gewöhnlichem Shampoo angewendet werden. Sie ersetzt dabei die Haarspülung und erleichtert die Kämmbarkeit nach der Haarwäsche. Vor allem für Menschen mit empfindlicher Haut und einer Überempfindlichkeit gegen industriell hergestellte Pflegeprodukte mit Parabenen und Silikonen profitieren von der natürlichen Spülung.

Die saure Rinse kann gut mit anderen natürlichen Pflegemethoden kombiniert werden. Sehr beliebt sind Haarmasken aus Heilerde, die mit einer sauren Rinse abgeschlossen werden.

Unterschied zwischen saurer Rinse und kalter Rinse

 

Während man bei der sauren Rinse einen Mix aus Wasser und Essig benutzt, handelt es sich bei der kalten Rinse lediglich um einen Guss mit kaltem Wasser. Allein dieser reicht aus, um die Schuppenschicht der Haare zu schließen und den Haaren mehr Glanz zu verleihen.

Mit einer sauren Rinse jedoch kannst du zusätzlich den pH-Wert deiner Kopfhaut ausgleichen, der durch handelsübliche Pflegeprodukte oft nicht mehr ausgeglichen ist. Dadurch wird dein Haar wieder weicher und geschmeidiger und Schuppen gehen zurück.

 

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